WhatsApp gehört für viele Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich zum Alltag. In Klassengruppen und privaten Chats werden Nachrichten, Bilder, Sprachnachrichten, Sticker und Memes verschickt. Vieles davon ist harmlos, manches lustig und einiges auch einfach praktisch. Gleichzeitig erleben wir als Schule immer wieder, dass Kinder mit bestimmten Situationen in diesen Gruppen überfordert sind. Gerade Sticker und Bilder werden oft sehr schnell verschickt. Für Kinder fühlt sich das manchmal wie ein kleiner Spaß an. Für die Person, die darauf zu sehen ist, kann es aber sehr unangenehm oder verletzend sein. Deshalb ist es wichtig, mit Kindern darüber zu sprechen, wo Spaß aufhört und wo jemand bloßgestellt wird. Dabei geht es nicht darum, Kinder anzuklagen oder WhatsApp grundsätzlich zu verbieten. Viel wichtiger ist, dass Kinder lernen, im digitalen Raum aufmerksam und respektvoll zu handeln. Das gelingt am besten, wenn Eltern regelmäßig mit ihren Kindern im Gespräch bleiben. Nicht erst dann, wenn etwas passiert ist, sondern immer wieder nebenbei im Alltag.
Ein guter Einstieg kann sein, sich gemeinsam die WhatsApp-Gruppen anzuschauen. Welche Gruppen nutzt Ihr Kind gerne? Welche Gruppe nervt vielleicht eher? Gibt es Gruppen, in denen sehr viele Nachrichten kommen? Gab es schon einmal etwas, das unangenehm war? Solche Fragen öffnen oft mehr als ein strenger Blick aufs Handy. Besonders hilfreich ist es, gemeinsam über Bilder und Sticker zu sprechen. Kinder können sich zum Beispiel fragen, ob die abgebildete Person den Sticker selbst auch lustig finden würde. Sie können überlegen, wie es sich anfühlen würde, wenn ein Bild von ihnen selbst herumgeschickt wird. Oft reicht so ein kurzer Perspektivwechsel, damit Kinder merken, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch in Ordnung ist.
Für den Alltag kann eine einfache Regel helfen. Erst denken, dann senden. Bilder, Videos oder Sticker von anderen Menschen werden nicht ohne Erlaubnis verschickt. Inhalte, die jemanden peinlich zeigen, verletzen oder bloßstellen, werden nicht weitergeleitet. Auch dann nicht, wenn andere es lustig finden oder wenn es angeblich nur in der Gruppe bleibt.
Wichtig ist auch, dass Kinder wissen, was sie tun können, wenn sie selbst problematische Inhalte bekommen. Sie müssen solche Inhalte nicht weiterleiten und auch nicht mitlachen. Sie dürfen sich distanzieren, die Gruppe stummschalten oder verlassen und sich Hilfe holen. Das ist kein Petzen, sondern ein verantwortungsvoller Umgang mit einer schwierigen Situation. Zu Hause können feste Medienregeln entlasten. Zum Beispiel kann gemeinsam vereinbart werden, dass das Handy nachts nicht im Kinderzimmer liegt, dass Gruppen ab einer bestimmten Uhrzeit stummgeschaltet werden oder dass neue Gruppen mit den Eltern besprochen werden. Solche Regeln funktionieren besonders gut, wenn sie nicht nur kontrollierend wirken, sondern gemeinsam überlegt werden.
Für die Ferien bietet sich eine kleine Familien-Challenge an. Wir haben hier einige Challenges zusammengestellt, die gerne in den Ferien ausprobiert werden dürfen. WhatsApp Challenges
Wir wünschen allen erholsame und tolle Ferien!